Umfrage

Größte Sorge bei Unternehmensübergabe: Kein geeigneter Nachfolger

Präses Bergmann plädiert für Imageverbesserung des Unternehmerberufs
Hamburg, 21. April 2017 – Für viele Hamburger Firmen ist die Frage der Unternehmensnachfolge ein vordringliches Thema. Allerdings hat nur ein knappes Drittel bereits einen Nachfolger und für 50,8 Prozent der Betriebe ist es die größte Sorge, einen geeigneten Nachfolger zu finden. Dies ist das Ergebnis einer Mitgliederbefragung der Handelskammer. „Das Berufsbild ‚Unternehmer‘ sollte öffentlich noch attraktiver gemacht werden, damit potentielle Nachfolger mehr Mut zur Selbständigkeit bekommen und Vorfreude auf ihre neue Aufgabe verspüren“, sagt Tobias Bergmann, Präses der Handelskammer. Außerdem seien für Übernehmer die finanziellen und steuerlichen Rahmenbedingungen oft abschreckend.
Weitere Ergebnisse der Umfrage unter 4.912 zufällig ausgewählten Mitgliedsunternehmen (Rücklaufquote: 8,37 Prozent, d.h. 411 antwortende Unternehmen): 62,5 Prozent der befragten Unternehmen haben sich bereits mit der Aufgabe oder Übergabe ihres Betriebes befasst und 32,1 Prozent bereits einen Nachfolger gefunden. Nach der erfolgreichen Suche eines Nachfolgers bereiten den Firmen „steuerliche Aspekte“ (25,1 Prozent) und die „Miet- und Pachthöhe“ bzw. der „Verkaufspreis“ (21,7 Prozent). Während etwa ein Drittel (34,2 Prozent) noch keinen Nachfolger gesucht haben, wünschen sich 31,7 Prozent einen Familienangehörigen, 11,6 Prozent einen Mitarbeiter und 10 Prozent einen „strategischen Unternehmensverkauf“.
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